„du warst gut, baby!“

vormittag. ich sitze vor meinem rechner. homeoffice. alle machen jetzt homeoffice. alle machen mir stets alles nach. schon wieder war ich trendsetter und keiner dankt es mir. nirgends steht: unser großer dank geht an die pionierin des homeoffice, frau blablabla. was hatte ich mir auf facebook die finger wund getippt mit dem täglichen post „homeofficeler bekleidet“. ach, was werden mich alle kopiert haben: „ich sitze noch im schlafanzug vor dem rechner“, „frisch geduscht und ordentlich bekleidet bis auf untenrum“, „outfit donnerstag“, alles mit foto belegt, versteht sich.

wie gut, dass ich nicht mehr auf facebook bin. müsste mich ja im grab umdrehen. oder im bett. oder wo ich gerade herumliege.

die sonne scheint mich von der seite an. solange sie nicht wieder befiehlt: „raus jetzt, raus jetzt noch schnell, bald ist WINTER. du weißt schon, WINTER, raus mit dir, raus!“. ach, was stresst sie mich, die sonne mit ihrem elan.
setz dich jetzt mal mit strumpfhose in die sonne, sonne, möchte ich sagen. dann weißt du was unangenehm ist. aber geh heute ohne strumpfhose in den schatten, sonne, dann weißt du was schattig ist. sie antwortet nicht, die sonne. natürlich nicht.

überhaupt antwortet heute niemand. ich warte. meine reklamation wird bearbeitet. ich habe mehrere reklamationen im umlauf. bei manchen steht „in bearbeitung“, andere ignorieren mich. ich bin sehr gut geworden im warten und ignoriert werden aushalten.

was für eine energie sich hier auflädt. holla die waldfee. ich darf sie nur selber nutzen, nicht rausgeben und weiter verkaufen. schade. aber, pah, ist mir doch egal. ich energiere wie ich will und ich denke, was ich will. und ich darf. denken und mir eine meinung bilden. nur sagen sollte man die meinung nicht immer. gähn, lernt man auch. gähn.

polarisiert, splittet und nervt. und wenn man dann bekommt, was man will, macht es keinen spaß mehr. schöner wäre es, es käme von alleine, ohne dass man was sagen muss.

sagt deshalb einfach immer schön: „du warst gut, baby!“. das kann generell nie schaden. es baut alle um euch herum auf und gibt unglaublich viel zurück. nur so als tipp, weil ich grade tippe.

draußen eine riesenbetonmischmaschine. sie wird beton auf meinen kopf schütten. also in die wohnung über mir. nicht, dass noch was landet in meinem kopf. denn da ist es leider schon so voll. weil ich ja so viel denke. hin und her und her und hin. und am ende denke ich noch, darf man denn so denken oder nicht und was denke ich eigentlich wirklich. denke i c h das oder denke ich was der andere will. und warum denken andere nicht so viel. und hat wirklich jemand gedacht, mein kopf sei nur dazu da, dass meine schönheit irgendwo festgeschraubt ist?

es wird also viel gedacht und wenig gemacht. nur die kirchenglocke läutet ordentlich, erst vier-, dann elfmal. bis der hund hinten im hof mitjault. ich mag den hund. recht hat er. ist ja nicht auszuhalten.

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